Schoduvel, verschwinde!

„Du hast dich ja gar nicht verändert“, sagt sie vielleicht gerade zu ihm, während sie auf den Auslöser drückt. „Du siehst noch aus wie vor 700 Jahren.“ Der Schoduvel war schon im Mittelalter in der Region unterwegs. Erste Erwähnung im Braunschweiger Stadtbuch: 1293. Als Fastnachtsspaß zog eine Schar Vermummter durch Braunschweigs Altstadt. Vorneweg eine Teufelsfigur, dahinter eine Gruppe von Mägden und Knechten, die den Teufel scheuchte. „scho“ bedeutet scheuchen, „duvel“ Teufel. Der zottelige Schoduvel ist der gescheuchte Teufel. Die Figur symbolisiert die Dämonen des Winters. Die bösen Geister des Dunkels, der Kälte und des Todes werden ausgetrieben. An diese Tradition anzuknüpfen, das macht den Braunschweiger Karnevalsumzug unverwechselbar. Das rund vier Kilo schwere Kostüm ist originalgetreu. Die Maske ist aus Holz, der Hut aus Filz. Im Zug rennt der Schoduvel auf Zuschauer zu und springt wild, während Glocken am Fell läuten. Aber keine Angst. Ein Selfie ist immer unterzubringen.

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